früh übt sich... der Krebs!
- Sven Weber
- Dec 10, 2025
- 3 min read
Stell dir vor, du ziehst frisch aus — Ausbildungsplatz, Berufsschule, erste eigene Wohnung, WG-Küche … und plötzlich besteht dein Speiseplan zu 80 % aus Tiefkühlpizza, Energydrinks, Instant-Nudeln, Fertigsaucen und billigem „Fast Food“. Klingt jetzt vielleicht wie ein wildes Jugend-Experiment? Aber genau da, meine lieben frisch gebackenen Erwachsenen, kann der Teufel lauern — oder sagen wir lieber: der Krebs?
Warum der Lifestyle-Switch gefährlich werden kann
Der Trend ist eindeutig: In vielen Industrieländern, insbesondere dort, wo junge Menschen ins Berufsleben einsteigen und selbst kochen bzw. Fertigessen konsumieren, steigt die Rate von Erkrankungen, die früher fast nur ältere betrafen — allen voran Darmkrebs. (Kronen)

Laut aktuellen Berichten lassen sich bei vielen der Betroffenen unter 50 eine ungesunde Ernährung und ein Lebensstil mit zu vielen sogenannten „ultra-verarbeiteten Lebensmitteln“ (kurz: UPFs) nachweisen — Fertiggerichte, Snacks, stark verarbeitete Produkte, Softdrinks, wenig Ballaststoffe, viel Zucker und Weißmehl. (aponet.de)
Eine 2025 publizierte Studie zeigte, dass hoher Konsum von UPFs mit einem deutlich erhöhten Risiko für Vorstufen von Darmkrebs (z. B. Polypen) verbunden ist: Bei Frauen, die viele UPFs aßen, war das Risiko um rund 45 % höher als bei denen mit wenig UPFs. (The Independent)
Was heißt das für junge Erwachsene, die gerade starten? Stress, wenig Zeit, kleines Budget — klassische Zutaten für Fast Food, Fertiggerichte und Zucker-lastige Snacks. Dazu kommen oft Bewegungsmangel, unregelmäßige Mahlzeiten und instabiles Sozialleben. Alles Faktoren, die zusammengenommen die Darmgesundheit belasten können. (Esanum)
Wichtig: Auch wer normalgewichtig ist, kann gefährdet sein — Übergewicht ist nicht die einzige Ursache. Es geht um Ernährungs- und Lebensstilfaktoren insgesamt. (Kronen)
Warum gerade der Umbruch so kritisch ist
Wenn du früher zuhause gewohnt hast, gab’s regelmäßige Mahlzeiten, Gemüse, Obst — oft mit Eltern, Freunden, Mitbewohnern. Studien zeigen: Wer regelmäßig mit Menschen isst, neigt zu gesünderen Essgewohnheiten. Sobald du allein wohnst oder nur mit Leuten zusammenlebst, die auch „auf die Schnelle was reinhauen“, fällt dieser soziale Einfluss weg — und Fertigessen wird oft zum Standard. (arXiv)
Hinzu kommt: Der Körper ist in jungen Jahren oft resistenter. Man fühlt sich fit, definiert vielleicht Muskeln im Fitnessstudio, verträgt Cola, Pizza und Energy-Drinks gut. Aber der Körper merkt’s nicht sofort — chronisch ungesunde Ernährung wirkt schleichend. Studien deuten darauf hin, dass Schäden im Darm, Entzündungen und Veränderungen im Mikrobiom entstehen können, die über Jahre das Krebsrisiko erhöhen. (aponet.de)
Kurz gesagt: Der Jugend-Lifestyle bietet ein Risiko-Fenster — und wenn du nicht aufpasst, könnte das der Lebensstil sein, der später auf deinem „gesund sein“ seinen Schatten wirft.
Ja, das klingt jetzt düster — aber: Du hast’s in der Hand
Nicht verzweifeln! Du bist jung, flexibel — und genau jetzt kannst du den Kurs ändern. Eine bewusste Ernährung, wenig Fertigessen, mehr Frisches, Gemüse, Vollkorn, Wasser statt Softdrinks — das macht echt den Unterschied. Eine große Studie des Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) zeigt ganz klar: Wer mehrere gesunde Lifestyle-Faktoren kombiniert (gesunde Ernährung, Bewegung, normales Gewicht, wenig Alkohol und kein Rauchen), senkt sein Darmkrebsrisiko – egal wie die Genetik aussieht. (Deutsches Krebsforschungszentrum)
Wenn du stattdessen darauf achtest, dich ausgewogen zu ernähren — und dabei auch Spaß und Social-Life nicht zu kurz kommen — kannst du das Risiko deutlich reduzieren. Ein paar gute Gewohnheiten ersetzen nicht gleich deine ganze Lebensweise — aber sie stellen einen starken Schild dar gegen das, was dein Körper dir später heimzahlen könnte.
Also ja — der Lifestyle-Switch ins Erwachsenenleben kann riskant sein. Aber gerade weil du jung bist, hast du jetzt auch die Macht: Nicht der Krebs bestimmt dein Leben — du bestimmst, wie du lebst.

Deine Mini-Checkliste
Versuche, Fertigessen, Zuckerbomben & Ultra-Processed-Food auf ein Minimum zu beschränken.
Iss öfter frisches Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchte, ballaststoffreiche Nahrung.
Bewege dich regelmäßig — Sport hilft, Verdauung & Stoffwechsel in Schwung zu halten.
Achte auf dein Sozialleben — Essen mit Freunden/Menschen, mit denen gut gekocht wird, wirkt sich oft positiv auf deine Ernährung aus.
Trink Wasser oder ungesüßte Getränke statt Softdrinks & Co.
Quellen
Junge Erwachsene und steigende Darmkrebsrate: Ernährung und Lebensstil als Treiber möglicher Trends. (Esanum)
Ultra-verarbeitete Lebensmittel (UPFs), Fast Food und erhöhtes Risiko für Darmkrebsvorstufen (Polypen): moderne Studienlage. (The Independent)
Zusammenhang zwischen Lebensstil (Ernährung, Bewegung, Gewicht, Alkoholkonsum, Rauchen) und reduziertem Darmkrebsrisiko – egal ob mit genetischer Veranlagung oder nicht. (Deutsches Krebsforschungszentrum)
Sozialer Einfluss auf Essgewohnheiten: Wer regelmäßig mit gesunden Esser:innen isst, isst eher selbst gesünder. (arXiv)


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