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Schweinefleisch ist der Teufel!? (kein echter Artikel!!)

  • Writer: Sven Weber
    Sven Weber
  • Dec 10, 2025
  • 3 min read

Schweinefleisch ist der Teufel — oder doch nicht?

Stell dir vor: Schweinefleisch, saftig, deftig — und mit dem Ruf, der archaische Bösewicht der Ernährung zu sein. Viele Menschen verbinden mit Schweine- und allgemein rotem Fleisch (also Fleisch von Säugetieren wie Rind, Lamm, Schwein) negative Schlagwörter wie „ungesund“, „krebserregend“, „schlecht fürs Herz“. Besonders verarbeitete Fleischprodukte — Schinken, Wurst, Bacon — gelten bei vielen als Gesundheitsrisiko Nummer 1. (Albert Schweitzer Stiftung)


Warum manche Schweinefleisch verachten

Ein Grund für das schlechte Image ist die Einstufung durch International Agency for Research on Cancer (IARC). Die IARC klassifizierte verarbeitete Fleischprodukte als „krebserregend für Menschen“ (Gruppe 1), rotes Fleisch — dazu zählt auch Schweinefleisch — als „wahrscheinlich krebserregend“ (Gruppe 2A). (Anses)

Zahlenspiele untermauern die Vorsicht: Einige Analysen zeigen, dass der tägliche Verzehr von 50 g verarbeitetem Fleisch das Risiko für Darmkrebs um etwa 18 % erhöhen kann. (Verbraucherzentrale Hamburg) Und wer regelmäßig große Mengen von rotem Fleisch isst, scheint ein erhöhtes Risiko nicht nur für Darm-, sondern möglicherweise auch für andere Krebsarten zu haben. (PubMed)

Hinzu kommen Mechanismen, die aus Sicht mancher Forschender problematisch sind: Rotes Fleisch enthält sogenannte Hämeisen, das die Produktion von potenziell schädlichen N-Nitroso-Verbindungen begünstigen kann. (DGE) Beim Braten, Grillen oder Räuchern entstehen zudem Stoffe wie heterozyklische Amine (HCAs) oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAHs), die im Labor krebsfördernd wirken. (Cancer Research UK)

Kurz gesagt: Der Teufel sitzt — zumindest theoretisch — im Detail: Menge, Verarbeitung und Zubereitung.

Aber: Die Forschung differenziert

Doch ganz so schwarz-weiß wie der Mythos ist es nicht. Gerade beim unverarbeiteten Schweinefleisch zeigen sich in Studien teils überraschende Ergebnisse. Eine Übersichtsarbeit von 2024 etwa fand keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Schweinefleischkonsum und Darmkrebs — anders als bei manchem Rind- oder Lammfleisch. (PMC)

Auch wenn bei roten Fleischsorten meist ein erhöhtes Risiko für Darm- und andere Krebsarten berichtet wird: Die Gesamtlage der Forschung bleibt komplex und nicht in jedem Fall eindeutig. (PubMed) Manche neuere Bewertungen relativieren frühere Warnungen: Die Risikoerhöhung sei teils gering und könnte durch andere Lebensstilfaktoren (Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel) mit beeinflusst sein. (Albert Schweitzer Stiftung)

Damit ist klar: Schweinefleisch ist nicht per se „der Teufel“. Es kommt — wie bei vielen Dingen — auf Menge, Häufigkeit, Verarbeitung und Gesamtlebensstil an.


Was heißt das für dich (und junge Leute)?

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtiger als das Entweder-Oder. Fleisch — auch Schweinefleisch — enthält wertvolle Nährstoffe: Proteine, Eisen, Zink, Vitamin B12 und andere Mineralien, die der Körper braucht. (DGE)

Wenn du dich bewusst ernährst, gesund lebst und nicht täglich einen doppelten Schnitzel-Teller verdrückst, spricht aus heutiger Sicht nichts grundsätzlich gegen gelegentlichen Schweinefleischgenuss. Laut Empfehlungen von Expert:innen sollte rotes Fleisch in Maßen konsumiert werden — und verarbeitetes Fleisch am besten kaum oder gar nicht. (World Cancer Research Fund)

Als Orientierung gilt häufig: nicht mehr als etwa drei Portionen rotes Fleisch pro Woche — mit Portionen im moderaten Rahmen. (World Cancer Research Fund) Und: Viel Gemüse, Ballaststoffe, pflanzliche Lebensmittel und insgesamt ein gesundes Ernährungs- und Bewegungsverhalten helfen, Risiken deutlich zu senken.


Mein Fazit

Ja, Schweinefleisch bekommt gerne den Teufelsstatus — mit Schinken, Speck und Wurst als Dämonen im Kühlschrank. Aber die Realität ist differenzierter: Wer bewusst isst, nicht übertreibt und sich insgesamt gesund verhält, muss nicht schwören. Schweinefleisch — und rotes Fleisch allgemein — sind Zutaten eines großen Spektrums: wahlweise gelegentlich Teil einer ausgewogenen Ernährung.

Wenn du aber regelmäßig große Mengen isst, dazu verarbeitetes Fleisch konsumierst und stark erhitzt zubereitest — na ja, dann hat der Teufel gute Chancen auf einen Besuch. Aber: Ein Schnitzel pro Woche? Dafür kann der Schweineteufel beruhigt in der Grube bleiben.


Quellen

  • WHO / IARC: Bewertung rotes und verarbeitetes Fleisch bezüglich Krebsrisiko (Anses)

  • Übersicht über gesundheitliche Effekte von rotem und verarbeitetem Fleisch (PMC)

  • 2024-Review zu Schweinefleisch und Krebsrisiko: kein klarer Zusammenhang bei Darmkrebs (PMC)

  • Empfehlungen für moderaten Fleischkonsum und Vorzüge von Fleischnährstoffen (DGE)

  • Mechanismen möglicher gesundheitlicher Risiken durch Fleisch (Hämeisen, Braten, Verarbeiten) (Cancer Research UK)


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